Weidenkätzchen

Eine Weide beugt sich nieder, ihre Kätzchen voll von Tau. Wind singt in den Ästen rau, singt doch dabei Liebeslieder. Weide, Weide, meine Freundin, warum weinst du in der Sonne? Ach, es seufzt die Weide leise, und die Kätzchen schaudernd leicht. Wie rührt die raue Stimme seicht, auf so zärtlich liebe Weise. Weide, Weide, meine …

Angesichts der Möglichkeiten

Vor mir entfaltet sich der Raum Streckt die Flügel höher noch empor, Säuselt Möglichkeiten in mein Ohr. Wachend hör ich meinen Traum. Vage Nebel lichten kurz nur sich Geben Blicke frei auf Glasgebilde, Möglichkeiten, zarte, große, wilde, So zerbrechlich, dass ich fürchte mich. Sanft erzählt der Wind die Sagen, Schmetterling im Wolkenschloss, Weißer Ritter, schwarzes …

Elster, rabenschwarz

Rabenschwarz war ihr Gefieder, Stolz lies sie sich bei uns nieder, Brachte Glanz und auch Geschmeide, Dass das Auge sich dran weide. Rabenschwarz war ihr Auge mir, Wie leuchtend Kohlen und doch Tier. War Versprechen da verborgen, Von der Wärme, keine Sorgen. Ach, dunkler, blauer, schwarzer Glanz, Worte wie aus Gold geschmieden, Hättest besser uns …

Engel danach

Deine Hand hält Kopf und mich, mich gesamt in deinem Arm, Sicher sorgend und so warm, Geborgen in dir ruhe ich. Deine Hand umfasst mich fest, Trägt mich durch die wilde Zeit, Schenkt mir Kraft, Geborgenheit, Kleiner Engel, weiches Nest. Plötzlich. Sturm Flügel reißen Fallend, taumelnd Schrei Verhallt allein F A L L E Der …

Räume

Tür an Tür in mir an dir in uns, wofür? Tür an Tür mit dir. Raum an Raum in mir an dir in uns ein Traum: Raum an Raum mit dir. Haltlos schwebend. Tür mit Raum. Leben webend. Tür mit Traum. An uns.

Wünschen

Der Körper sagt, ich kann nicht mehr, Der Hals gibt bald nur Krächzen her. Der Geist sagt, ja, ich will auch nicht. Du musst, sagt die erbarmungslose Pflicht. Du musst, es ist nicht zu umgehen, Des Morgens in die Schule gehen. Du musst, willst du nicht noch versagen, Dich an den Haushalt mutig wagen. Alleingelassen …

Kraft des Wolfes

In deinen Augen, mein Wolf, In deiner Stimme, mein Wolf, In deinen Händen, mein Wolf, fühle ich: Feuer, Wasser, Erde, Licht, fühle meine Ängste nicht, fühle Liebe, die nicht bricht, fühle Hitze, die nicht sticht, fühle mich: Feuer, Wasser, Erde, Luft, fühle mich wie Sommerduft, wie Erde stark und gut, fühle Kraft und warmen Mut, …

Ein Jahr

Ein Jahr (2012) Im Allgemeinen und so insgesamt, ist das Meiste auf der Erde Tand. Und wenn du glaubst, den Sinn zu sehen, dann musst du justamente gehen. In diesem Sinne zum verweilen, nachzudenken, statt zu eilen, bist du herzlich eingeladen. Dieses ist der rote Faden. Januar Mit Knall und Fall und viel Getöse schlüpft …

Pessimistische Sicht eines Baumes im Wind

Ich stehe mittig auf der Erde und frage mich, zu was ich werde. Immer täglich, drehend, wendend, lebend, werdend und verendend. Ich stehe mittig, fest verbogen, das Glück wird täglich vorgelogen. Welchen Sinn hat das Drehen? Ich wünscht‘, ich könnte gehen…

Minnesang

Es schlägt das Herz wie Schwalbenflügel, Dem Verstand entgleiten alle Zügel. In Sehnsucht ist der Traum entfacht, In rot ist nun der Tag gemacht. Es leidet jede Faser mein, Leidenschaft muss schmerzvoll sein. Unerreichbar,  fern, entrückt, Hat meine Sinne ganz entzückt. Hat meine Sinne ganz entbrannt, Hat meine Seele ganz erkannt, Hat mein Schaffen ganz …