Glas

Ich bin aus glimmendem, glühenden Glas,
kommst du zu nah, wirst du flammender Fraß.
Sie wollten mich kühlen und warfen mit Eis,
da barst ich zu Splittern, scharfkantig und heiß.

Wollte mit hoffendem Sommerwind reisen,
doch auch er kann mich nur kalt vereisen.
Ach, also stürzt ich und brach grell in Stücke,
schlug meinem Herz eine riesige Lücke.

Schwebe geborsten, verglühend,
Flammen ein bisschen bemühend.
Du - Nebel um mich, wattenweiß.
Ich - glühend und doch nicht zu heiß?
Kannst du mich auch so nah ertragen?
Ich kann das Hoffen noch nicht wagen.
Ich bin aus glimmendem, glühenden Glas.

Ganz ohne Worte

Ich hab so viele Worte für dich
du keine Worte, keine Liebe,
du hast nichts, nichts übrig für mich.

Tage voller Schweigen wie Hiebe
und jeder Tag ist ein Bruch in mir,
ich breche immer weiter in Stücke.

Das Schweigen schlägt mich, ganz ohne wir,
wo du warst in mir bleibt die Lücke.
Das ist das Loch, in das ich falle,

ganz ohne Worte.

Reue

Hab den Schleier der Konventionen zerrisssen,
hab dir die Zähne gezeigt und dich gebissen.
Ich habe nicht gewusst, dass du nicht weißt,
wie man mit einem Wolf umgeht, der beißt.
Ich hab gedacht, ich hätt's erklärt,
doch ist's nur Schmerz, der uns was lehrt.
Ich hab den Regeln viel zu sehr vertraut
und mir doch alle Regeln selbst geraubt.

Jetzt bist du verletzt und pflegst die Wunden,
hast mich ganz fern von dir fest angebunden.


Ich bin nur Wolf und auch geschlagen,
bin ungehört und so voll Fragen.
Ich zweifle an der Welt, an mir, an morgen,
mach mir um dich und deine Sterne Sorgen.
Von Ferne seh ich neidvoll, wie sie helfen.
Und wär doch gern auch eine von den Elfen.

Elster, rabenschwarz

Rabenschwarz war ihr Gefieder,
Stolz lies sie sich bei uns nieder,
Brachte Glanz und auch Geschmeide,
Dass das Auge sich dran weide.

Rabenschwarz war ihr Auge mir,
Wie leuchtend Kohlen und doch Tier.
War Versprechen da verborgen,
Von der Wärme, keine Sorgen.

Ach, dunkler, blauer, schwarzer Glanz,
Worte wie aus Gold geschmieden,
Hättest besser uns vermieden.

Ach, war doch nur ein Lügentanz,
All der Glanz der Elster Raub
Und das Gefieder nur voll Staub.

Engel danach

Deine Hand hält Kopf und mich,
mich gesamt in deinem Arm,
Sicher sorgend und so warm,
Geborgen in dir ruhe ich.

Deine Hand umfasst mich fest,
Trägt mich durch die wilde Zeit,
Schenkt mir Kraft, Geborgenheit,
Kleiner Engel, weiches Nest.

Plötzlich.
Sturm
Flügel reißen
Fallend, taumelnd
Schrei
Verhallt allein
F
A
L
L

E

Der Boden. Er hält mich.