Gedanken

Ich denk an dich,
bei Tag, bei Nacht ,
ich denk an dich,
was hast du nur mit mir gemacht?

Mich gefangen,
mich gebunden,
mitgehangen,
mit verbunden,
sind verwoben,
Welt verschoben,
tauschen unten gegen oben,
rauschen durch den Himmelsbogen.

An was denkst du?
Gibt uns dir Ruh?
Denkst auch an mich?
Denkst auch an dich?
Wir schweben hier doch nebenander,
was ist der eine ohn' den ander'?

Digitalisierung mit Nachhaltigkeit

"Digitalisierung kann man heutzutage ja eigentlich nicht mehr ohne Nachhaltigkeit denken.", sagte heute eine Teilnehmerin der Talentum zu mir. Klang ganz gut. In den Fragerunde zum Einstiegsvortrag wurde dann alles mögliche gefragt zu "New Work", Haltung und Freiheit. Zu Nachhaltigkeit hat niemand gefragt, aber zur "nächsten Wirtschaftskrise", ob denn da diese ganzen jungen Leute, die mit Freiheit und Bequemlichkeit umsorgt sind, überhaupt noch richtig arbeiten können. Weil man ja produktiv bleiben müsse, Geld regiert die Welt, nicht wahr?

Ist die Nachhaltigkeit nur eine Phrase? Dank friday4future ist es ganz vielen bewusst geworden, 1,4 Mio Menschen haben am 20.9.2019 in Deutschland für besseren Klimaschutz demonstriert. Ist den Unternehmer*innen, den Arbeitnehmer*innen bewusst, wie tief ein verändertes Denken nötig ist? Und überhaupt - was hat Digitalisierung mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu tun? Schadet diese "schöne neue Welt" dem Planeten?

Die Digitalisierung kann dem Planeten schaden. Ohne Bitcoin gäbe es keine riesigen Serverfarmen in China, bei der mit Kohlestrom und hohem Energieaufwand Transaktionen durchgeführt werden. Ohne die Austattung nahezu aller Personen in der westlichen Welt mit Smartphone und PCs wäre der Raubbau an seltenen Erden in weniger großem Ausmaß ein Problem. Auch wenn man nicht direkt schädliche Praktiken wie diese Extrembeispiele betrachtet: Online-sein an sich schadet dem Klima, wie die Faktensammlung deutlich zeigt. Demnach erzeugen alle Server der Welt etwa 2% der Emissionen - also etwa so viel wie Deutschland.

Gleichzeitig ist Digitalisierung aber auch eine Chance für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Es gibt zahlreiche Beispiele, dass eine gut eingesetzte Digitalisierung helfen kann, wie etwa die Studien von Frick und Gossen andeuten. Für den Bereich der Eventplanung zeigt die re:publica auf ihrer Webseite, wie man weiter denken kann. Es bewegt sich viel in diesem Bereich, wie man auch an zahlreichen Messen, Meetings und sogar Preisen sehen kann, zusammengestellt auf nachhaltig.digital.

Man sieht also deutlich, dass Digitalisierung, unsere "schöne neue Welt", viel mit Nachhaltigkeit verwoben ist - oft wohl tiefer, als es den Akteuren bewusst ist. Sie ist aber nicht per se schlecht oder gut. Auch bei vielen anderen Diskussionen, etwa vom Umweltministerium Baden-Württemberg, stellt sich klar heraus, das wir hier Gestaltungsmacht nutzen müssen.

Meine Schüler*innen, oft sehr enagiert, reagierten verhalten auf die Frage, wer zur nächsten Klimademo mitkäme. Keine Zeit. Keine Energie. Zur Demo werden laut Radio 30 000 Menschen erwartet, halb so viele wie beim letzten Mal. Wo ist die andere Hälfte? Ich denke, die andere Hälfte ist sich ihrer Macht nicht bewusst - sie denken nicht nachhaltig, sie reden nur davon. Dabei könnten wir Karriere, etwa in der Digitalisierungsbranche, und Nachhaltigkeit sinnvoll verbinden - Geld muss nicht die Welt regieren, sondern wir können sie gestalten. Wir müssten nur die guten Beispiele nicht aus dem Blick verlieren, nicht davon ausgehen, dass "schon alles gut gehen wird". Digitalisierung kann uns helfen, gegen die Klimakatastrophe vorzugehen - aber ein Selbstläufer ist es nicht, wir müssen gestalterisch eingreifen.

Handyverbote

Ich halte eine Pädagogik, die auf Verboten basiert, eher für ungeschickt. Daher ist auch ein absolutes Handyverbot in der Schule nicht gut. Besser wäre es, die im Alltag ständig gegenwärtigen Geräte und die dahinter stehenden Strukturen aufzugreifen, um allen einen mündigen, selbstbestimmten Umgang damit zu lehren.
In Deutschland hängt das vom Bundesland und dem Alter der Kinder ab. In der Grundschule mag es noch Sinn machen, ab der weiterführenden Schule eher nicht. Rechtlich ist es dünnes Eis: Geht ein Gerät in der Obhut der Schule kaputt, muss sie es ersetzen, sofern keine andere Regel mit den Eltern vereinbart wurde.
Medienkompetenz heißt ja nicht nur Bedienkompetenz, sondern auch, zur richtigen Zeit die richten Medien wählen zu können, Gefahren und Chancen für die Privatperson, den Karriereweg des Einzelnen und die Entwicklung der Gesamtgesellschaft zu erfassen.
Das ist schwer an die Lebenswelt der Kinder anzuknüpfen, wenn man diese Lebenswelt aus der Schule verbannt. Das Handy ist für Freizeit und Beruf wichtig, als mobile Kommunikationseinheit ebenso wie als Arbeitsplattform. Wenn man es verbietet, lernen das die bildungsfernen Kinder aber nicht - das ist dann Bildungsungerechtigkeit, denn nur Kinder mit entsprechenden Elternhäusern erwerben Kompetenzen, die über das "Zocken" hinausgehen.