Verwobene Vorwürfe

Du sagst: Sei bitte jetzt ehrlich!
Ich sag: Ich fühle ein Problem.
Du sagst: Probleme sind gefährlich.
Ich sag: Ich will reden, trotzdem.

Du sagst: Das jetzt zu ertragen
geht nicht, das ist mir heut zu schwer,
du musst aufhören zu fragen,
bin nicht bereit, du drängst zu sehr.

Ich sag: Wie kann ich uns finden,
wenn ich nicht mit dir reden kann?
Kann nicht aufhören, uns binden
die Wörter, die du meidest. Dann

löse ich das Band und du sagst,
dass du nur Ehrlichkeit magst.

Unbedachtes Wort

Dieses Wort, das ich von dir gehört,
Das hat zarte Blumen harsch zerstört,
Hat schwache Banden ganz zerbrochen.
Es bleibt der Schmerz und Herzens Pochen.

Du wolltest dieses Wort nicht wählen.
Du wolltest mich gewiss nicht quälen.
Das Wort, das sollte Grenzen setzen,
Doch was es tat, war zu verletzen.

Du hast die Mauern hoch gezogen,
Warst ehrlich, hast uns nicht belogen.
So bin ich gefangen und allein
In deiner Kälte, meinem Schatten,
weinte, was wir verloren hatten,
denn die Schmetterlinge, Wärme, Licht,
Leben doch ohne Vertrauen nicht.
Was kann jetzt noch werden mit uns zwein?

Grenzen

Du, sagt die Stimme,
du bist nicht würdig,
du bist nicht wert genug,
im Licht zu sein.

Du, drängst dich aus dem Schatten,
du, lacht die Stimme, die du
doch Schatten bist.
Du hast es nicht verdient
gehört zu werden.

Ich lege das Messer an die Vene
und weiß, dass es ein Trugbild
ist, doch wo ist die Grenze
zwischen mir und der Welt?

Retter meiner Welt

Laut schlägt in meiner Brust
das Herz und meine Lust,
auf Bäume steigen und sie retten,
in weichen Wolken sich zu betten.

Wild schlägt in mir blinde Wut,
Grün tut nur da draußen gut,
treibt auf der Bank die Gier voran,
macht aus dem Mensch den Untertan.

Du fasst lachend meine Hände,
nimmst mir meine engen Wände,
reichst mir eine helle Welt mit Licht.

Werde besser, niemals gut,
in mir wächst ein wütend Mut.
Gegen uns gewinnt Verzweiflung nicht.

Es weht über das Eis (2007, überarbeitet 2018)

Es weht über das Eis ein kalter Wind.

Übers Eis weht kalter Wind
Erstarrt in Weiß die Tränen sind.
Leise knackend knirscht der Schnee,
Brausend bäumt sich auf die See.

Einsam sinkt die Sonne nieder,
Allein steh ich, ach, schon wieder.
Sehe See, sehe Schnee und sehe mich,
Sehe Wind, sehe Sonn´, nur seh nicht dich.

Dunkel naht die Nacht doch schon.
Glitzernd spiegelt Sterne Hohn
Die grün glühend tiefe See.
Einsam sinkt der Tagestern,
Kaltes Weiß strahlt weit von fern.
Und es tut das Herz mir weh.

Angst haben

Nächtens, wenn du einsam bangst,
In dir, immerzu reißend,
In dir, immerzu beißend,
In dir immerzu, die Angst.

Die Angst vor dem Versagen.
Die Angst vor diesem Leben.
Die Angst, nichts zu geben.
Die Angst vor schlechten Tagen.

In dir Angst, um dich herum,
gefangen in dem dunklen Raum,
der deine Seele ist und Traum.
Lichtlos wendest du dich um,
windest dich, mein Kind, allein.

Doch wisse: Das muss nicht so sein.

Blau

Wie blaue Seen den kalten, blauen Himmel zeigen,
so will ich mich zu deinen eisig Augen neigen.
Dort spiegelt weiße Sonne glitzernd mein Verlangen;
ich bin in deinen eisig Augen ganz gefangen.

So wie die Sonne glitzernd Seen erstrahlen lässt,
so halt ich mich in diesen Blicken fest.
Und ist der klare, blaue Himmel noch so fern,
zerschmelze ich vor deinem eis'gen Blau doch gern.

Düsternis

In meinen dunklen Träumen blinkt
leises Leuchten am Horizont.
Doch Warten hab ich nie gekonnt,
wenn Licht mir aus der Ferne winkt.

Denn:

Es brennt deine Düsternis in mir,
hält mich wach und ganz umfangen
mit brennend Dunkel und Verlangen.
So entflammt seh ich nun zu dir.

HAB DICH (lieb)

Ich hüll dich jetzt mit meiner Liebe fest,
spinn dich ein und bau im Herz ein Nest.
Mit Arm und Bein und Kuss umschlungen,
ist mir der Korkon gelungen.
Du liegst still und rührst dich nicht,
eingehüllt in Fäden wie aus Licht.
Ich sorg für dich, mein Edelstein.
Schatz, du bist auf ewig MEIN!